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Über das Wesen des Designs: Warum gutes Design der französischen Küche gleicht

Die französische Küche verbirgt die Technik und offenbart die Zutat. Die indische Küche tut das Gegenteil. Das digitale Produktdesign hat sich längst entschieden — und der Drang zum Utilitarismus ist die französische Antwort.

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Design ist Farbe, Form, Geschmack und Geruch. Es ist das, was unsere Welt schöner macht, und zweifellos war sein Schöpfer der allererste Designer. Im Kern des Designs steht eine bewusste Entscheidung einer kreativen Persönlichkeit, angetrieben vom Drang nach Selbstausdruck und dem Wunsch, das Wesen dessen zum Vorschein zu bringen, was den Gegenstand des Schaffens ausmacht.

Hierbei kommt man an einer Analogie zur Kochkunst nicht vorbei.

Zwei Ansätze: Frankreich versus Indien

Gerade die französische Küche bringt das wahre Wesen guten Designs am besten auf den Punkt. Ihr oberstes Gebot lautet: nicht die Verpackung in den Vordergrund stellen, sondern den Inhalt offenbaren. Die Grundlage französischer Gerichte besteht darin, den natürlichen Geschmack der Zutaten hervorzuheben und zu verstärken, wobei die Harmonie der Aromen zu einer Multiposition verdichtet wird, in der sowohl die Einzelgeschmäcker als auch deren Gesamtheit gleichzeitig wirken.

Das genaue Gegenteil ist die indische Küche. Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Produkt selbst, sondern auf einer komplexen Gewürzmischung. Das Produkt dient in diesem Fall lediglich als Träger, das den Gewürzen durch seinen Eigengeschmack Basis und Harmonie verleiht.

Wie das in der digitalen Welt funktioniert

Genau dasselbe beobachten wir ständig im Webdesign, bei mobilen Apps und in Printmedien. Ein echter Designer balanciert immer auf einem schmalen Grat: Sich selbst stärker in den Vordergrund stellen oder die Botschaft, das Produkt, den Service und die Funktion?

Ein „Franzose" sein – bedeutet, das Design unauffällig zu halten, während kommerzieller Erfolg und Benutzerfreundlichkeit garantiert sind.

Ein „Inder" sein – eine auffällige Arbeit abzuliefern, mit der man vor Kollegen prahlen kann, die jedoch weder echte Verkäufe noch einen geschäftlichen Nutzen bringt.

Natürlich streben junge Talente immer danach, möglichst laut auf sich aufmerksam zu machen, und übertreiben dabei oft. Erfahrene Meister hingegen lernen mit der Zeit, effizient zu sein. Sie reduzieren das Design genau auf das Maß, das der Kunde und das Produkt benötigen, statt auf das Ego des Designers.

Blick in die Zukunft: Trends im Produktdesign

Genau deshalb bewegen sich moderne Trends im Produktdesign immer stärker in Richtung purem Utilitarismus, nahtloser Schnittstellen und maximaler Vereinfachung der User Journey. Heute zählen keine überladenen visuellen Effekte oder effektheischenden Animationen mehr, sondern eine tiefe Funktionalität, die intuitiv erfassbar ist. Am Ende gewinnt das Produkt, das ein menschliches Problem unauffällig und elegant löst – und uns damit zum Ideal genau jener französischen Küche zurückbringt, in der die Form vollständig der Reinheit und Stärke des Inhalts untergeordnet ist.

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